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Pressemitteilung

Gemeinsames Klinisches Krebsregister Brandenburg und Berlin erfolgreich

Potsdam, 01.09.2016. Zwei Monate nach Inkrafttreten des gemeinsamen klinischen Krebsregisters Brandenburg und Berlin sind Interesse und Meldebereitschaft für dieses bundesweit einzige länderübergreifende Krebsregister hoch. Das hoben Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja auf der offiziellen Eröffnungsveranstaltung heute in Berlin hervor. Am 1. Juli war der Staatsvertrag der Länder Brandenburg und Berlin in Kraft getreten. Er ist Grundlage der klinischen Krebsregistrierung in beiden Bundesländern.

Offiziellen Eröffnungsveranstaltung am 1. September 2016 in Berlin

Foto: (v.l.n.r.) Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze, Geschäftsfüherin des Klinischen Krebsregisters Dr. rer. medic. Anett Tillack und Gesundheitssenator Mario Czaja

Gesundheitsministerin Diana Golze: „Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen ein Schock. Sie belastet und schwächt nicht nur körperlich und seelisch, sie verändert auch die familiären und sozialen Beziehungen. Doch Krebs muss nicht tödlich enden. Dank verbesserter Diagnose- und Therapieverfahren und besserer Früherkennungsprogramme überleben inzwischen etwa 60 Prozent aller Krebspatientinnen und Krebspatienten ihre Erkrankung mindestens 5 Jahre. Noch vor 20 Jahren waren es lediglich 30 Prozent. Es ist auch in Zukunft wichtig, den an Krebs erkrankten Menschen zu einer höheren Lebenserwartung und mehr Lebensqualität zu verhelfen. Mit Hilfe des Klinischen Krebsregisters werden die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen erfasst, in ihrer Qualität bewertet und die Ergebnisse zeitnah an Kliniken und ambulant Tätige rückgemeldet. Damit ist die klinische Krebsregistrierung Dreh- und Angelpunkt für die weitere Entwicklung der Onkologie – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.“

Kritisch äußerte sich die Ministerin zu dem kürzlich vom GKV-Spitzenverband vorgelegten PROGNOS-Gutachten, wonach der Aufbau der Klinischen Krebsregister in den meisten Bundesländern, u.a. in Brandenburg und Berlin, nur schleppend vorankäme.
Golze: „Das trifft für beide Bundesländer nicht zu. Das gemein-same Register arbeitet bereits seit zwei Monaten erfolgreich. Wir freuen uns über eine hohe Meldebereitschaft und großes Interesse der Berliner Ärztinnen und Ärzte.“
In Brandenburg gibt es bereits seit 1995 eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung. Die Erfahrungen, die hier über 20 Jahre gesammelt wurden, kommen dem Neuaufbau in Berlin zu Gute. Nachdem jetzt auch die neue Berliner Registerstelle in Betrieb genommen wird, ist die Struktur des neuen gemeinsamen Krebsregisters komplett.

Gesundheitssenator Mario Czaja: „Ich freue mich, dass wir mit dem Aufbau des gemeinsamen klinischen Krebsregisters so gut vorangekommen sind und danke allen daran Beteiligten für diese Leistung. Wir befinden uns – anders als das kürz-lich vom GKV-Spitzenverband vorgelegte PROGNOS-Gutachten sagte – vollkommen im Plan. Die Aussagen im Gutachten zu Berlin sind nicht haltbar. Finanzierungsvereinbarungen sind sowohl mit den gesetzlichen als auch den privaten Krankenkassen abgeschlossen. Es wird auch für Berlin seit dem 1. Juli bereits registriert. Ich bin davon überzeugt, dass die Berliner Ärztinnen und Ärzte mit ihrem großen Know-how in der Krebsbehandlung und der Krebsforschung zur klinischen Krebsregistrierung und der hiermit verbundenen Qualitätssicherung beitragen werden. Sie zeigen schon jetzt eine hohe Meldebereitschaft, wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Registers. Darüber hinaus werden die gemeldeten Daten teilweise auch der epidemiologischen Krebsregistrierung und der Versorgungsforschung zur Verfügung gestellt. Bis zu 20 % aller in Berlin behandelten Tumorpatienten wohnen in Brandendburg, da ist das gemeinsame klinische Krebsregister als einziges länderübergreifendes Register eine sinnvolle Einrichtung mit großen Synergieeffekten für eine verbesserte Behandlung der Krebspatienten und für die Stärkung unserer Gesundheitsregion.“

Trägerin des Krebsregisters ist die „Klinisches Krebsregister für Brandenburg und Berlin gGmbH“, eine Tochtergesellschaft der Landesärztekammer Brandenburg.

Dr. med. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg: „Von der Seite der Landesärztekammer Brandenburg gab es sofort ein großes Interesse, mit Berlin zusammenzuarbeiten und ein gemeinsames Klinisches Krebsregister zu errichten. Therapien für Patienten können damit optimiert werden. Außerdem soll die Sammlung an Daten zukünftig den Universitäten in beiden Bundesländern zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann eine intensive Versorgungsforschung betreiben. Die juristischen Grundlagen für das Klinische Krebsregister Brandenburg Berlin sind gelegt, nun kann die Arbeit beginnen. Wir wünschen uns eine rege Mitarbeit der meldenden Ärzte in Brandenburg und in Berlin.“

Die laufenden Betriebskosten des gemeinsamen Krebsregisters werden zu 90 Prozent von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) in Form von Fallpauschalen je Neuerkrankungsfall und zu 10 Prozent von den Ländern Berlin und Brandenburg finanziert.

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. In Brandenburg erkranken jährlich rund 15.400 Menschen neu an Krebs, etwa 7.800 sterben jedes Jahr an den Krankheitsfolgen. In Berlin sind es pro Jahr rund 17.400 Menschen, die neu an Krebs erkranken, etwa 8.800 sterben jedes Jahr an den Folgen. Dank verbesserter Diagnose- und Therapieverfahren überleben inzwischen 59 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Krebspatienten ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen.

Pressesprecherin, Marina Ringel