Rückblick auf die entitätenspezifische Qualitätskonferenz zum Lungenkarzinom

Am 11. März 2026 fand die entitätenspezifische Qualitätskonferenz zum Lungenkarzinom des KKRBB als Onlineveranstaltung statt.

Eröffnung und Überblick

Die Konferenz wurde von Dr. Renate Kirschner-Schwabe, Geschäftsführerin des KKRBB, eröffnet. Im Anschluss präsentierte Dr. Anne von Rüsten anschaulich die Krebsregisterdaten zum Lungenkarzinom.

Die Krebsregisterdaten für Berlin und Brandenburg zeigen, dass seit 2017 die altersstandardisierten Neuerkrankungsraten bei Männern leicht rückläufig, bei Frauen jedoch steigend sind, welches sich auch mit den bundesweit beobachten Entwicklungen bei den altersstandardisierten Neuerkrankungsraten deckt1.

Die Daten der Patient:innen mit Wohnort in Brandenburg konnten zeigen, dass sich die 5-Jahres-Überlebensraten vor allem beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom signifikant über die Zeit verbessert haben (von 14% im Diagnosezeitraum 2000-2004 auf 25%, für den Diagnosezeitraum 2020-2024). Jedoch bleibt trotz therapeutischer Fortschritte die Problematik bestehen, dass Lungenkrebs häufig erst im fernmetastasierten Stadium diagnostiziert wird.

Chancen des Lungenkrebsscreenings

Genau hier erhofft man sich einen Stadienschift hin zur Diagnostik in früheren und damit noch besser therapierbaren Stadien durch die Einführung des Lungenkrebsscreenings, welches Prof. Dr. med. Torsten Blum Gerriet Blum vom HELIOS Klinikum Emil von Behring anschließend in zwei weiteren Vorträgen im Detail vorstellte.

Anspruchsberechtigte Personen sind nach der aktuellen Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung langjährige, aktive oder ehemalige Raucherinnen und Raucher mit medizinischem Eignungsprofil zwischen 50 und 75 Jahren. Langjähriges Rauchen ist dabei definiert als eine Rauchdauer von ≥25 Jahren und einer kumulativen Tabakrauchexposition von ≥15 „Packungsjahren“. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen einer Packung Zigaretten (20 Stück) pro Tag über den Zeitraum eines Jahres. Rauchpausen innerhalb dieses Zeitraums dürfen dabei maximal 10 Jahre betragen.

Weitere Informationen

Das Screening erfolgt mittels Niedrig-Dosis-CT mit Unterstützung von KI und Zweitbefundung von kontroll- oder abklärungsbedürftigen Befunden sowie Kopplung an zertifizierte Lungenkrebszentren, um falsche Befunde und nicht notwendige Eingriffe zu vermeiden. Bei unauffälligen Befunden erhalten Teilnehmende einen jährlichen Kontrolltermin. Werden kontrollbedürftige Befunde festgestellt, sind verkürzte Kontrollintervalle erforderlich.

Ab April 2026 wird das Screening als GKV-Leistung anerkannt und sollte idealerweise mit einem Angebot zur professionellen Tabakentwöhnung kombiniert werden.

Prof. Blum regte an, Daten zu Befunden aus dem Lungenkrebsscreening mit Krebsregisterdaten zu kombinieren, um die Qualität und Wirksamkeit des Programms zu überwachen.

Die Vorträge der Qualitätskonferenz zum Nachlesen finden Sie hier.