Krebsregisterdaten liefern wichtige Erkenntnisse für die klinische Versorgung von Patienten mit p16-positivem Oropharynxkarzinom

Eine neu veröffentlichte wissenschaftliche Publikation zur Prognose von Patientinnen und Patienten mit p16-positivem bzw. p16-negativem Oropharynxkarzinom zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag die Daten des Klinisch-epidemiologischen Krebsregisters Brandenburg-Berlin zur Beantwortung konkreter klinisch relevanter Fragestellungen leisten können.

Unter dem Titel „Influence of resection status on overall survival in p16-positive oropharyngeal carcinoma – a retrospective analysis of cancer registry data“ wurden Daten von 540 Patientinnen und Patienten ausgewertet, die zwischen 2017 und 2023 aufgrund eines nicht metastasierten Oropharynxkarzinoms primär operiert und anschließend bestrahlt wurden.

Untersucht wurde insbesondere, welchen Einfluss der Tumorstatus p16 und der Resektionsstatus (R0 bzw. R1) auf das Gesamtüberleben haben. Die Ergebnisse zeigen, dass der p16-Status ein deutlich stärkerer prognostischer Faktor war als der Resektionsstatus: Patientinnen und Patienten mit p16-positiven Tumoren hatten sowohl nach R0- als auch nach R1-Resektion ein signifikant längeres Gesamtüberleben als Patientinnen und Patienten mit p16-negativen Tumoren. Ein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zwischen R0- und R1-Resektionen zeigte sich nach Berücksichtigung weiterer klinischer Faktoren hingegen nicht.

Die Ergebnisse unterstreichen damit das Potenzial von Krebsregisterdaten für die Beantwortung konkreter klinisch relevanter Fragestellungen. Durch die strukturierte Erfassung und Auswertung von Versorgungsdaten können Zusammenhänge untersucht und Erkenntnisse gewonnen werden, die zur Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie beitragen können.

Die Studie liefert zugleich wichtige Ansatzpunkte für zukünftige prospektive Untersuchungen zu einer möglichen Anpassung chirurgischer und adjuvanter Therapiestrategien beim Oropharynxkarzinom.

Wir freuen uns über diese erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit und darüber, mit den Daten des Krebsregisters Berlin-Brandenburg einen Beitrag zur klinischen Forschung und zur Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung leisten zu können.

Die vollständige Publikation mit ausführlicher Darstellung der Methodik, Ergebnisse und Schlussfolgerungen kann hier nachgelesen werden: