Weltkrebstag 2026: Wissen rettet Leben

1 von 5 Personen weltweit erkrankt im Laufe ihres Lebens an Krebs. Am Weltkrebstag, der sich heute zum 26. Mal jährt, stehen für uns nicht Zahlen, Datensätze und Auswertungen im Mittelpunkt, sondern Menschen. Hinter jeder Meldung, die unser Krebsregister erreicht, steckt ein Schicksal, ein Name, ein Leben, das sich seit dem Tag der Diagnose komplett verändert hat.

Unsere Verantwortung als Krebsregister

Unsere Arbeit zeigt Entwicklungen und medizinische Fortschritte. Doch sie zeigt auch die stille Last, die viele Betroffene tragen. Krebs ist mehr als eine Diagnose. Er bedeutet Angst, schmerzhafte Behandlungen, so manche Rückschläge und nicht selten noch jahrelange Begleiterscheinungen. Viele Momente im Leben eines Krebspatienten bewegen sich zwischen Bangen und Zuversicht.

Als Krebsregister sind wir nicht nur für qualitativ hochwertige und korrekte Daten verantwortlich, sondern auch für das Bewusstsein, das daraus entsteht. Unsere Daten sollen ermutigen, informieren, verbessern und vor allem Hoffnung ermöglichen. Denn eines zeigen unsere Daten sehr deutlich:

Vorsorge rettet Leben

Früherkennung verbessert die Überlebenschancen. Therapien werden gezielter, verträglicher und wirksamer. Forschung macht neue Behandlungsoptionen möglich, die kürzlich noch undenkbar erschienen.

Dennoch bleibt Krebs eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. 2023 wurden in Deutschland rund 517.800 Krebsneuerkrankungen diagnostiziert. Circa die Hälfte der erwachsenen Krebspatient:innen kann geheilt werden, wenn der Krebs frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Jedes Jahr am 4. Februar macht der Weltkrebstag deshalb auf die Bedeutung von Prävention, Früherkennung, Behandlung und Forschung bei Krebserkrankungen aufmerksam. Die internationale Kampagne der Union for International Cancer Control (UICC) steht von 2025 bis 2027 unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“.

Auch Brandenburgs Ministerin für Gesundheit Britta Müller ruft zur Wahrnehmung von Früherkennungsprogrammen auf. Viele davon werden von der Krankenkasse erstattet. Hier finden Sie die Pressemitteilung des Ministeriums für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg dazu.

Eine Studie zur Wirksamkeit des Mammographie-Screenings beauftragt vom Bundesamt für Strahlenschutz konnte deutlich zeigen, dass jeder vierte Brustkrebstodesfall durch die regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm verhindert werden kann. Vorsorge bedeutet Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und diese Angebote aktiv für sich zu nutzen.

Krebs in Brandenburg und Berlin – ein Überblick

In Brandenburg erkrankten im Jahr 2023 insgesamt 17.873 Menschen neu an Krebs. 10.037 davon waren Männer und 7.836 Frauen. In Berlin erhielten 2023 insgesamt 21.546 Personen die Diagnose Krebs (davon 10.456 Frauen und 11.090 Männer). Zu den häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern zählen in beiden Bundesländern Prostata, Lunge und Darm (Kolon und Rektum). Bei Frauen war es die Brustdrüse gefolgt von Lunge und Darm.

Detaillierte Informationen zu einzelnen Tumorarten, zu Sterberaten und Überlebenszeiten finden Sie im interaktiven epidemiologischen Bericht

für Brandenburg:      https://berichte.kkrbb.de/bb/index.html#/general/intro

für Berlin:                    https://berichte.kkrbb.de/be/index.html#/general/intro

Auf Bundesebene werden die Daten im Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Institut zusammengeführt und gemeinsam mit dem Deutschen Krebsregister e. V. (DKR) unter anderem in der Publikation „Krebs in Deutschland“ veröffentlicht (zuletzt aktualisiert im Dezember 2025).

Menschenzentrierte Krebsversorgung ermöglichen

Den Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt zu stellen und seine Behandlung an individuellen Bedürfnissen auszurichten, darauf zielt der diesjährige Weltkrebstag 2026. Ziel ist eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems – weg von einer rein krankheitsorientierten Sicht hin zu einer menschenzentrierten, bevölkerungsbezogenen Versorgung. Diese stärkt die Beteiligung von Patientinnen und Patienten an Entscheidungen, fördert Gesundheitskompetenz und unterstützt Prävention.

Daran möchten auch wir als Krebsregister aktiv mitwirken, mit verlässlichen Daten für Berlin und Brandenburg. Diese regelmäßigen Auswertungen der Krebsregisterdaten stellen eine unverzichtbare Grundlage für Wissenschaft und Forschung bereit und kommen letztlich in Form verbesserter Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten bei Patientinnen und Patienten an.