Pressemitteilung: 10 Jahre gemeinsame Krebsregistrierung in Berlin und Brandenburg

Das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin blickt auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Zusammenarbeit zurück

Cottbus, 1. Juli 2026 – Das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin (KKRBB) feiert heute sein zehnjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 leistet das Register einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung. Grundlage der gemeinsamen Krebsregistrierung war der am 1. Juli 2016 in Kraft getretene Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Brandenburg und Berlin. Mit diesem Schritt schufen beide Länder die Voraussetzungen für eine einheitliche, qualitätsgesicherte und sektorenübergreifende Erfassung von Krebserkrankungen. Gemeinsam mit Krankenhäusern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie weiteren Partnern ist ein leistungsfähiges Netzwerk entstanden, das wertvolle Erkenntnisse für die Krebsmedizin liefert.

Seit Juli 2016 wurden im KKRBB 480.000 Krebsdiagnosen dokumentiert. Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch mit einer individuellen Krankheitsgeschichte, die sich über verschiedene Phasen der Behandlung erstreckt. Entsprechend gehen im Verlauf jeder Krebserkrankung mehrere Meldungen ein, etwa zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge. Insgesamt erreichen das Krebsregister pro Jahr rund 550.000 Meldungen, die sorgfältig geprüft, aufbereitet und ausgewertet werden. Daraus ist ein riesiger Datenschatz entstanden, der eine wichtige Grundlage für Wissenschaft, Forschung und die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung in Form verbesserter Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten bildet.

Die Arbeit des KKRBB geht jedoch weit über die reine Erfassung von Krebserkrankungen hinaus. Sie macht Entwicklungen und medizinische Fortschritte sichtbar, etwa im Rahmen von interdisziplinären Qualitätskonferenzen zu verschiedenen Tumorarten. Sie bieten Raum für fachlichen Austausch und tragen maßgeblich dazu bei, Behandlungsergebnisse transparent zu machen und die Qualität der Krebsversorgung für Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu verbessern.

Zunehmend gewinnt auch die wissenschaftliche Nutzung der Registerdaten an Bedeutung. Kooperationen mit wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen zeigen, wohin sich das KKRBB entwickelt: zu einem unverzichtbaren Partner der Medizin in Berlin und Brandenburg. Indem es qualitativ hochwertige und vor allem langfristige Krebsdaten mit modernster klinischer Forschung verbindet, entstehen Bündnisse, die den Weg zu einer datengestützten Krebsmedizin ebnen und konsequent vorantreiben.

Auch Organkrebs- und onkologische Zentren profitieren von den Krebsregisterdaten des KKRBB: Im Jahr 2024 stellte das Register für 13 Zentren aus fünf Einrichtungen Daten zur Unterstützung ihrer Zertifizierungsverfahren bereit. Die Daten dienen der Qualitätssicherung und ermöglichen eine transparente Bewertung der Versorgungsergebnisse.

„Vor zehn Jahren haben Berlin und Brandenburg mit dem gemeinsamen Staatsvertrag einen wichtigen Meilenstein für die Krebsregistrierung gesetzt. Aus dieser Entscheidung ist ein leistungsfähiges Register entstanden, das heute unverzichtbare Erkenntnisse für die Verbesserung der onkologischen Versorgung liefert. Unser besonderer Dank gilt allen meldenden Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern sowie unseren Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen, die durch ihr Engagement die hohe Qualität der Krebsregistrierung ermöglichen. Gemeinsam schaffen wir die Grundlage dafür, die Krebsversorgung auch in Zukunft evidenzbasiert weiterzuentwickeln und den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen“, sagt Dr. rer. nat. Renate Kirschner-Schwabe, Geschäftsführerin des KKRBB.

Das zehnjährige Bestehen markiert für das KKRBB nicht nur einen wichtigen Meilenstein, sondern zugleich den Aufbruch in die Zukunft. Angesichts neuer medizinischer Möglichkeiten und wachsender Anforderungen an eine datenbasierte Gesundheitsversorgung wird das Register seine Rolle als verlässlicher Partner für Qualitätssicherung, Versorgungsforschung und Wissenstransfer weiter ausbauen.

Über das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin

Das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin erfasst und analysiert Daten zu Krebserkrankungen in den Ländern Brandenburg und Berlin. Ziel ist es, die Qualität der onkologischen Versorgung zu sichern, Versorgungsverläufe transparent zu machen und Erkenntnisse für Forschung und Gesundheitsplanung bereitzustellen.

Es ist das einzige länderübergreifende Krebsregister in Deutschland und eine Tochtergesellschaft der Landesärztekammer Brandenburg.

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